Gruppenbild MRH TME

Ein Münchner im Himmel

Weitere Termine:

07.03. und 08.03.2020, Kammerstein, Bürgerhaus

26.09. und 27.09.2020, Schwabach, Markgrafensaal


Mit dabei 6 Bewohnerinnen und Bewohner des Marianne-Ruf-Hauses

Seit einiger Zeit wirken in verschiedenen Theaterproduktionen des Theatrum-Mundi-Ensembles (TME) sechs Bewohner/innen der Gruppe 5 des MRH mit und haben dabei festgestellt, wie viel Spaß das Theaterspielen macht.

Die Idee kam von Uli Ziermann, „der fragte uns, ob wir nicht auch mal beim TME mitspielen wollen“ so Helga Glombik, die Gruppenleiterin der Gruppe 5 im Marianne-Ruf-Haus. „Bei vielen Veranstaltungen, bei denen ich mit meinen „Jungen Wilden“ eh dabei bin, Sportissimo oder dem Challenge, wurden wir angesprochen, ob wir nicht mal mit dem TME mitspielen wollen.“

Bei „Ein Münchner im Himmel“ spielten Anna Katharina Jaiser, Jaqueline Korner, Sandra Ramsenthaler, Alexander Horn, Thomas Kolb und Tobias Pienkowski mit.

Die jeweils ausverkauften Veranstaltungen machen allen Beteiligten „so viel Spaß“. Bereits im Herbst spielten die genannten Bewohner/innen bei den 2. Schwabacher Seniorenkulturtagen mit. Mit Komparsenrollen unterstützten Sie das Schwabacher Volk in „Grenzenlos! – Musikalisches Szenen-Theater“.

Die Auftritte Anfang Januar waren dagegen schon anspruchsvoller. „Wir mussten zur richtigen Zeit, am richtigen Ort sein“, so die Schauspieler. Als Engel, Sanitäter, Ärzte oder Hofbräuhausgäste musste jeder Handgriff sitzen. Wann trägt wer die Bahre herein, wann wird der Roller mit dem Blaulicht gefahren, der Einsatz muss stimmen. Und natürlich auch die Professionalität in der Rolle. „Wie wir die alte Trage reingetragen haben, hat das ganze Publikum gelacht – ich musste mich ganz schön konzentrieren, dass ich nicht einen Lachanfall bekommen habe“ so Anna Katharina Jaiser.

Die Gruppenleiterin Helga Glombik spürt „wie alle in ihren Rollen wachsen. Deshalb ist es auch geplant, dass wir in Zukunft weiterhin mit dem Theatrum Mundi zusammen auftreten.“ Für die Bewohnerinnen und Bewohner ist es eine tolle Möglichkeit, in das Leben vor Ort integriert zu werden. Andererseits ist es auch ein richtiges Hobby geworden. „Auch wenn es nach der Arbeit manchmal anstrengend ist, macht es aber sehr viel Spaß“ so Sandra Ramsenthaler.

„Wir haben total viel Spaß und es ist sehr toll, dass alle vom Theater auf uns eingehen – es ist für uns dort wie eine dritte Familie geworden!“ Der Zusammenhalt zwischen den 6 Schauspielern/innen ist sehr deutlich zu spüren. Sie unterstützen sich bei der Vorbereitung und lenken sich bei  Aufregung vor den Auftritten gegenseitig ab.

Dieses Miteinander muss gefördert werden, so sieht es Helga Glombik. Auch ist es für sie eine Bestätigung, dass die Inklusion vor Ort so am besten ankommt. Für sie ist es toll, „dass ich durch meine Arbeit in der Wohngruppe sehen kann, wie die Schauspieler/innen Vertrauen bekommen und sich auf eine neue Sache so einlassen.“ Auf der anderen Seite ist es auch für sie schön, während ihrer Arbeitszeit solche Dinge auf die Beine zu stellen. „Hier geht mein Lob auch an meinen Arbeitgeber, denn da werden schon mal die Dienstpläne nach den Probenterminen gestaltet, dass wir mit den Proben und den Auftritten nicht auf zu viele Überstunden kommen. Zwar fordert dieses Engagement Motivation und Eigeninitiative, aber das ist es, was ich als Erzieherin möchte und mir Spaß macht und meinen Beruf bereichert.“

Die Rückmeldungen von „ihren Jungen Wilden“ geben ihr Recht: „Das Wichtigste ist der Dank an Helga, dass sie es möglich macht, dass wir mit dem Theaterteam spielen können. Es macht uns sehr glücklich, wie wir integriert werden und das ist echt Wahnsinn“ fassen die jungen Schauspieler/innen zusammen.

Nach jeder Vorstellung stehen die Schauspieler auf der Treppe im Bürgerhaus und verabschieden das Publikum. Mittendrin natürlich auch die Schauspieler aus dem MRH. Der direkte Kontakt tut gut, da bekommt man schon mal ein „Danke“ und „Habt ihr gut gemacht“. Wenn im Publikum dann noch die eigene Familie sitzt, die mit Stolz auf die Schauspieler/innen blickt ist das Wertschätzung pur.

Wir sind gespannt, in welche Rollen die 6 Jungen Wilden noch schlüpfen werden und enden mit:

„Zum Schluss wollen wir sagen, dass wir gerne wieder bereitstehen, wenn sie [das Theaterteam] uns brauchen!“

Das Theater-Team

Einsatz im Hofbräuhaus
Schwarzer Engel